Du hast manchmal das Gefühl, Deine Selbstständigkeit belastet Dein Privatleben? Oder gar, dass die Selbstständigkeit Eure Beziehung zerstört? Selbstständigkeit verspricht Freiheit, Selbstverwirklichung und Erfolg. Doch was, wenn der Preis dafür höher ist, als wir denken? Wenn Kundenprojekte wichtiger scheinen als Paarabende und der Feierabend irgendwann einfach ganz verschwindet? Oder wenn finanzielle Sorgen die Beziehung stark belasten?
Ich kann Dir versichern, Du bist nicht allein mit diesen Herausforderungen. In diesem Beitrag zeige ich Dir, warum Deine Selbstständigkeit tatsächlich Deine Beziehungen (ja, auch die zu Familie und Freunden) belasten kann und wie Du gegensteuern kannst, wenn es bereits knirscht. Selbstständigkeit zerstört Beziehung? Das muss nicht sein!
Inhalt: Selbstständigkeit als Beziehungskiller – und was Du dagegen tun kannst
Selbstständigkeit zerstört Beziehung: Warum Selbstständigkeit so oft zur Beziehungsprobe wird
Selbstständigkeit bringt eben nicht nur Freiheit und Selbstverwirklichung, sondern auch jede Menge Verantwortung – und Stress. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer investieren unzählige Stunden in ihr Business – selbstredend, schließlich ist dies die (neue) Existenzgrundlage, ohne Netz und doppelten Boden. Ein Nachlassen in diesem Bereich spürt man all zu oft direkt auf dem Konto oder bei organisatorischen und personellen Problemen. Doch oft geht dies auf Kosten der Partnerschaft, der eigenen Gesundheit sowie Lebensqualität. Eine typische Selbstständigen-Falle.
Hier sind die unsichtbaren Fallstricke, die viele Selbstständige (und ihre Partner*innen) kennen:
- Zeitmangel: Selbstständige arbeiten nicht selten 60 Stunden pro Woche. Feierabend? Gibt es oft nicht. Ständige Erreichbarkeit führt dazu, dass der Partner sich zur Nebensache degradiert fühlt. Wer selbstständig ist, kennt die ständigen To-dos, die nie wirklich „fertig“ sind. Hat man einen Brand gelöscht, bricht das nächste Feuer aus. Das Privatleben bleibt da oft auf der Strecke. Ein gemeinsames Abendessen? Klingt super – aber vielleicht besser nächste Woche, nächsten Monat oder gleich nächstes Jahr.
- Finanzielle Unsicherheiten: Schwankende Einnahmen können zu existenziellen Ängsten führen – nicht nur bei Dir, sondern auch beim Partner. Einkommen, das mal hoch und mal niedrig ist, sorgt oft für Spannungen. Dabei muss es nicht gleich die ganz ernste existenzielle Krise sein, die das Paar durch fehlende Einnahmen oder sogar durch Schulden stemmen muss. Es fängt bereits an, wenn das Geld knapper wird: „Warum gönnst du dir das neue Equipment, wenn wir die Urlaubskasse auffüllen müssten?“ – solche Fragen führen schnell zu Streit.
- Emotionale Belastung: Der Druck, das eigene Unternehmen am Laufen zu halten, hinterlässt oft Spuren. Gereiztheit, Erschöpfung und ein Mangel an emotionaler Verfügbarkeit, lassen wenig Kapazitäten, sich aktiv um den Partner zu kümmern. Die Leichtigkeit geht verloren, dies belastet die Beziehung.
- Kommunikationsprobleme: Der eine plant, zu arbeiten, der andere erwartet einen entspannten Abend zu Zweit. Unterschiedliche Vorstellungen prallen aufeinander – und plötzlich ist die Stimmung im Keller.
- Rollenverteilung: Viele Selbstständige können schwer abschalten. Das Homeoffice wird zum Dauerarbeitsplatz, der Esstisch zum Besprechungsraum. Häufig übernimmt eine Person in der Beziehung die Rolle des „Kümmerers“, während die andere sich in der Selbstständigkeit verliert. Das kann zu Frust und Ungleichgewicht führen.
Natürlich kommt es bei all dem sehr darauf an, ob eine vorübergehende Belastungsspitze besteht, oder ob dies über einen langen Zeitraum so ist. In jeder gesunden Beziehung, wird ein Partner den anderen in seinen Träumen oder eben der Selbstständigkeit unterstützen. Dass dafür vorübergehend auch Opfer und Einschränkungen zu erbringen sind, ist den meisten klar.
Die Gefahr ist der schleichende Prozess, dass dies zum Dauerzustand wird. In der Selbstständigkeit ist man nie fertig, es gibt immer ein Problem, etwas Dringendes zu erledigen, eine neue Idee oder Möglichkeit zu verfolgen. Aber auch um seinerselbst willen muss man eine Balance finden und Ruhezeiten haben. Sonst verbrennt man nicht nur seine Partnerschaft oder Freundschaften, sondern auch sich selbst. Ein Muskel kann auch nie nur angespannt sein.
Die Folgen: Erfolg im Unternehmen, aber nicht mehr verliebt?
Niemand möchte sich eines Tages sagen hören: „Tja, erfolgreich im Job, gescheitert in der Liebe – das ist eben der Preis der Selbstständigkeit.“ Dieser Preis erscheint deutlich zu hoch. Aber die genannten Stolpersteine bleiben selten ohne Folgen. Viele Beziehungen leiden unter der Belastung – und das zeigt sich oft so:
- Kommunikationsprobleme: Gespräche drehen sich nur noch ums Business. Persönliche oder Emotionale Themen bleiben auf der Strecke. Vor allem für den Partner, der nicht den Weg in die Selbstständigkeit gewählt hat, kann dies sehr ermüdend sein.
- Konflikteskalation: Kleinigkeiten wie ein vergessener Müllbeutel können sich hochschaukeln, wenn die Nerven ohnehin blank liegen.
- Gefühl der Vernachlässigung: Der Partner fühlt sich nicht mehr gesehen, während das Unternehmen alle Aufmerksamkeit bekommt. Hier kann eine tiefe Traurigkeit und Enttäuschung entstehen.
- Macht- und Abhängigkeitsdynamiken: Besonders problematisch, wenn ein Partner wirtschaftlich vom anderen abhängig ist. So kann sich das Gefühl des Ungleichgewichts beim Stellenwert im Leben des anderen noch potenzieren.
Besonders kritisch wird es, wenn finanzielle Probleme dazu kommen. „Ich habe Dich immer unterstützt, Dir den Rücken frei gehalten und Dich machen lassen und jetzt muss ich Deine Fehler auch noch mit ausbaden!“ können harte Vorwürfe sein. - Fehlende Intimität: Stress und Erschöpfung lassen wenig Raum für emotionale oder körperliche Nähe. Zwei Themen die sich bedingen und zusammen gehören.
- Emotionale Distanz: Wenn Arbeit immer Vorrang hat, fühlt sich der Partner irgendwann zurückgewiesen. Das Vertrauen schwindet, und die emotionale Nähe geht verloren. Ein „Dichtmachen“ oder Resignation „für meine Themen gibt es eh keinen Platz“ sind der allerletzte Warnschuss.
- Trennung: Wenn all diese Warnsignale überhört oder auf später verschoben werden, ist es oftmals die einzige Lösung, getrennte Wege zu gehen.

Praktische Tipps für den Alltag: Was Du für Dich und Deine Beziehungen tun kannst, um sie nicht aufs Spiel zu setzen
Ich frage mal ganz direkt: Für wen oder was lohnt sich der Wahnsinn Selbstständigkeit, wenn Du dabei Dich selbst oder die wichtigsten Menschen in Deinem Leben verlierst? Für was genau möchtest Du das in Kauf nehmen? Wird Dir das ein Kunde in drei oder fünf Jahren noch danken? Oder ein Mitarbeiter oder sonstwer? Für was ist es dieses Risiko wert?
Ich habe schon soooo viele Selbstständige und Unternehmen in meinen Beratungen der letzten zwanzig Jahre begleitet und ich kann Dir versichern, dass ich darauf bislang exakt ein Mal die Antwort „fürs Geld“ bekommen habe. Und diese Person hat das Thema Selbstständigkeit zerstört Beziehung im Umkehrschluss auch nicht groß belastet. Ehrlich, aber nicht mein Lebensentwurf. Und damit bin ich nicht allein:
Der absolute Großteil an Selbstständigen wünscht sich den Erfolg und die Selbstverwirklichug in der Selbstständigkeit UND glückliche Beziehungen zu Partner*in, Freunden und Familie. Dieser Spagat geht meiner Meinung nach nur gut, wenn Du auf Dich achtest und Dir ganz bewusst die Zeit für die Menschen in Deinem Leben nimmst. Egal wie sehr die Hütte gerade wieder einmal brennt – denn das tut sie doch ehrlich gesagt ständig. Entweder weil viel zu tun ist, oder weil die Auftragsbücher gerade leer sind.
Übrigens sind mein Mann ich beide selbstständig, mit je eigenen Unternehmen. Der große Vorteil daran ist zweifellos, dass es ein großes gegenseitiges Verstehen und Verständnis gibt. Wir kennen beide die Phasen, in denen man sich am liebsten klonen möchte. Andererseits potenziert sich der Druck, wenn gerade beide Großkampfphasen haben und es zu schachern gilt, wer gerade die „wichtigeren Termine“ hat – und wer absagt, um die Kinder übernehmen zu können. Das macht es nicht einfacher. ABER.
Du kannst etwas tun, um Dich und Deine Beziehung wieder ins Gleichgewicht zu bringen – ohne Deine Selbstständigkeit aufzugeben. Hier sind meine besten Tipps, die wir in unserem Doppel-Selbstständigen-Alltag konsequent beherzigen und uns deswegen auch nach 10 Jahren nicht verlieren:
- Plant gemeinsame Auszeiten: Blockt mit Vorlauf feste Zeiten im Kalender, die nur Euch gehören. Egal ob ein Wochenendtrip, ein gemeinsamer Tag in Haus und Garten oder ein Filmabend auf der Couch – Hauptsache, ihr seid zusammen. Und für diese Zeit gilt: Handy weg! Es wird in diesen wenigen Stunden sehr wahrscheinlich nichts passieren, was nicht auch einige Stunden warten kann. Wir planen immer etwa einen Monat im Voraus, was ansteht oder was wir unternehmen wollen.
- Fester Tag in der Woche: Noch viel wichtiger, finde ich die Routine im Alltag. Wir haben einen festen Abend in der Woche vereinbart, unsere Date-Night. Das ist der Abend an dem wir alles liegen lassen, zusammen essen, uns in Ruhe erzählen, was uns die Woche bewegt, beschäftig, geärgert hat oder was uns durch den Kopf geht – das hält zusammen. Diese feste Routine ist fast das Wichtigste! Natürlich nutzen wir diesen Abend manchmal auch zum gemeinsamen Arbeiten, aber das muss die absolute Ausnahme sein.
- Setzt auf kleine Gesten: Kümmert Euch umeinander. Das Frühstück mit vorbereiten, wenn man weiß, dass es für den anderen eng wird oder eine Notiz im Homeoffice – es sind die Kleinigkeiten im Alltag, die den Unterschied machen. Mein Mann überrascht mich gerne mit Postkarten, die ich dann plötzlich im Auto, in der Handtasche, im Büro oder am Bett finde. Zwei Minuten Aufwand die mir zeigen, dass er an mich denkt, auch wenn wir gerade sehr beschäftig sind und kaum ins Reden kommen.
- Klare Regeln für Abgrenzung: Beim gemeinsamen Essen werden werden keine Mails gecheckt und das Handy bleibt liegen (bis beispielsweise die Kinder im Bett sind). Das Business überlebt, wenn man mal zwei Stunden nicht sofort aufspringt – versprochen. Die nächste Stufe ist dann übrigens, dass zwischen 18 und 8 Uhr keine Mails abgerufen werden. 😉
- Klare Kommunikation: Redet über eure Sorgen und Bedürfnisse. Nicht erst, wenn es zu spät ist. Ich möchte an dieser Stelle auch betonen, dass es hier ausgesprochen wichtig ist, dem anderen zuzuhören und sich seine Sicht auf die Dinge anzuhören. Dies gilt ganz besonders, wenn finanzielle Sorgen hinzukommen. Bitte nimm es Ernst, wenn Dein*e Partner*in Angst hat, alles zu verlieren, wenn Dein Business nicht gut läuft. Vereinbart hierzu beispielsweise eine Deadline oder Meilensteine: Wenn bis zum Datum X nicht Ereignis Y eingetreten ist, ergreifen wir folgende Maßnahmen (als Beispiel). Es ist brandgefährlich diese Ängste abzutun!!
Und andersherum: Sag offen und ehrlich, was Dich belastet. Niemand kann Gedanken lesen. Und wenn Du kannst, formuliere klar, was Du brauchst und was Dir fehlt – so könnt Ihr gemeinsam nach Lösungen suchen. Die besten Ideen entstehen im Austausch.
- STOPP sagen: Das gehört für mich zur klaren Kommunikation dazu. Wenn es einem zu viel wird, was er / sie tagtäglich an Problemen zu hören bekommt, muss man um seinerselbst Willen Stopp sagen. Man muss sich nicht aufopfern und alles mitdurchkauen und aufsaugen wie ein Schwamm. Es ist niemandem geholfen, wenn beide runtergezogen werden. Dies gilt auch als Signal, wenn das Business des anderen zu viel Raum einnimmt und nachhaltig die Gespräche bestimmt (siehe oben).
- Gemeinsame Ziele definieren: Binde Deinen Partner emotional oder auch praktisch in Dein Business ein, sofern das gewünscht ist und passt. So entsteht mehr Transparenz und ein Wir-Gefühl statt Konkurrenzdenken zur Selbstständigkeit. Vielleicht hat Dein*e Partner*in Talente, die Dein Business toll ergänzen?
- Selbstfürsorge: Du kannst nur geben, wenn Du selbst genug Energie hast. Pausen sind kein Luxus, sondern notwendig. Dein Wohlbefinden ist die Basis für eine glückliche Beziehung. Mach Sport, meditiere oder nimm Dir anderweitig Zeit für Dich selbst. Nur so bleibst Du langfristig leistungsfähig und zufrieden!
Prüfe hierbei sehr kritisch: Welche Aufgaben kannst Du konsequent delegieren, die nicht direkt bei Dir liegen müssen. Das schafft Luft und die Möglichkeit, Dich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren – wie auch die lebensnotwendigen Pausen und Auszeiten.
- Selbstreflektion: Frag Dich ehrlich: Lässt Du Arbeit regelmäßig über alles andere dominieren? Dein Privatleben verdient genauso viel Einsatz wie Dein Business.
- Externe Hilfe / Coaching: Manchmal hilft es, eine neutrale Perspektive einzubeziehen. Vor allem, wenn die Situation schon etwas verfahren ist. Eine Paartherapie oder ein Coaching kann Euch dabei unterstützen, Probleme konstruktiv anzugehen und für die Zukunft bessere, gesündere Routinen zu entwickeln.
(Wir selbst haben dies noch nie in Anspruch nehmen müssen, würden es aber auf jeden Fall tun, sollte sich abzeichnen, dass dies notwendig ist!)
- Nutze Hilfsmittel, um Dich daran zu erinnen: Wer mich kennt, weiß, dass ich es pragmatisch liebe. Wenn es Dir vor lauter Arbeit und Baustellen schwer fällt, Dich an diese guten Vorsätze zu erinnern, nutze Deine Arbeitstools dafür.
Ganz einfach: Richte Dir eine wiederkehrende Aufgabe im Kalender ein, die Dich
1x im Monat daran erinnert, eine schöne Geste vorzubereiten
2x im Monat ein gemeinsames Essen zu organisieren
usw. – bis es zur Routine wird
Und das allerwichtigste bei all diesen Tipps: Es macht Freude, Dich um Dich und Dein Privatleben zu kümmern. Das hält die Leichtigkeit in Deinem Leben, auch wenn es gerade vielleicht nicht viel zu lachen gibt. Das ist keine zusätzliche Arbeit, sondern das Fundament für Deinen langfristigen Erfolg.
Fazit: Deine Beziehung verdient einen Platz auf deiner Prioritätenliste
Selbstständigkeit kann eine Herausforderung für Beziehungen sein – aber sie muss nicht zum Beziehungskiller werden. Deine Selbstständigkeit muss nicht Deine Beziehung zerstören. Indem Du bewusste Entscheidungen triffst, Eure Kommunikation stärkst und Balance schaffst, kannst Du Beruf und Liebe in Einklang bringen. Es ist ein Balanceakt – aber einer, den Du meistern kannst. Klare Kommunikation, bewusste Zeitplanung und gegenseitiges Verständnis sind der Schlüssel.
Denk daran: Deine Beziehung ist genauso wertvoll wie Dein Business. Und ohne Dich, ist alles nichts. Also achte auf Dich, Deine Gesundheit und Deine wichtigsten Menschen.
Ich wünsche Dir alles Gute und allzeit gute Geschäfte.
Deine Jasmin Möser
Die mit dem Plopp-Effekt fürs Business
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