LÄUFT! wieder… 10 Minuten Klartext für Dein Business.
Der Video-Podcast mit PLOPP-Effekt für Selbstständige und kleine Unternehmen. Tipps & Stories rund um Finanzen, Selbstmanagement und Selfcare – die drei Themen, die Selbstständige umtreibt. Kurz. Knackig. Pragmatisch. Jeden Mittwoch.
Mit Jasmin Möser – Die mit dem PLOPP-Effekt fürs Business.
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Darum gehts diese Woche
Mein Mann und ich haben anlässlich unserer Rosenhochzeit unser Ehegelübde erneuert. Dieser besondere Moment hat mich dazu gebracht, auch über die Selbstständigkeit nachzudenken: Warum sagen wir irgendwann einmal Ja zu unserem Business – und würden wir diese Entscheidung heute, mit allem was wir inzwischen erlebt haben, noch einmal treffen?
Würdest du heute noch einmal Ja zu deiner Selbstständigkeit sagen?
Letzten Samstag haben mein Mann und ich unser Ehegelübde erneuert. Wir haben also nicht im rechtlichen Sinne noch einmal geheiratet, aber wir haben uns zu unserer Rosenhochzeit, unserem zehnten Hochzeitstag, noch einmal ganz bewusst füreinander entschieden.
Das war für uns kein Termin, den man eben organisiert, ein schönes Kleid anzieht und dann mit Familie und Freunden feiert. Natürlich war es ein wunderschöner Tag, und natürlich waren die Menschen um uns herum ein wichtiger Teil davon. Aber vor allem war es ein Anlass, zurückzuschauen.
Zehn Jahre Ehe sind eine lange Zeit. In zehn Jahren passiert unheimlich viel. Man teilt nicht nur schöne Reisen, gemütliche Sonntage und besondere Familienmomente miteinander. Man trifft Entscheidungen, baut etwas auf, hat Sorgen, streitet vielleicht auch mal, hält sich fest und findet immer wieder einen Weg zurück zueinander.
Bei uns sind in diesen zehn Jahren zwei Kinder geboren worden. Wir haben unser Haus kernsaniert und uns damit nicht nur einen Wohnort geschaffen, sondern ein Zuhause. Wenn du mir schon länger folgst, weißt du wahrscheinlich auch, dass ich sehr gern gärtnere. Deshalb hat die Rosenhochzeit für mich natürlich doppelt gut gepasst.
Aber unser Leben bestand in dieser Zeit nicht nur aus schönen Momenten. Die Kernsanierung unseres Hauses hat uns Kraft, Geduld und vermutlich auch einige Nerven gekostet. Zwei kleine Kinder stellen das Leben auf den Kopf, auf die allerschönste Weise – aber sie verändern eben auch alles. Dazu kamen Krankheiten, Todesfälle in der Familie und die Insolvenz in der Firma meines Mannes.
Es gab also auch Zeiten, in denen wir nicht einfach nur einen schlechten Tag hatten, sondern in denen das Leben wirklich schwer war. Zeiten, in denen man sich fragt, wie es weitergehen soll. Wie man das alles schaffen kann. Und woher man die Kraft nehmen soll, noch einen Schritt weiterzugehen.
Ich glaube, fast jede und jeder kennt solche Phasen, auch wenn die Geschichten natürlich unterschiedlich sind. Manchmal kommt einfach vieles gleichzeitig. Dann gibt es nicht nur ein Thema, das gelöst werden muss, sondern mehrere Baustellen, die alle gleichzeitig Aufmerksamkeit verlangen. Und während man nach außen hin weiter funktionieren soll, hätte man selbst eigentlich dringend jemanden nötig, der einen einmal auffängt.
Wir sind trotzdem weitergegangen. Nicht immer leicht, nicht immer mit der besten Lösung und ganz sicher nicht immer mit einem guten Gefühl. Aber wir haben wichtige Entscheidungen immer gemeinsam getroffen und uns immer wieder daran erinnert, dass wir nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander.
Genau deshalb hat uns dieses erneute Ja so berührt. Wir haben uns nicht noch einmal füreinander entschieden, weil die vergangenen zehn Jahre immer rosig gewesen wären. Wir haben uns entschieden, obwohl wir wissen, dass das Leben auch schwere Zeiten bereithält. Vielleicht sogar gerade deshalb.
Liebe bedeutet für mich nicht, dass man nie zweifelt oder dass man immer glücklich und voller Energie ist. Liebe heißt auch nicht, dass alles leicht sein muss. Aber Liebe kann bedeuten, sich anzusehen und zu sagen: Ich sehe dich. Ich sehe, was wir schon geschafft haben. Ich sehe die schwierigen Zeiten, die Ängste und die Brüche. Und ich entscheide mich trotzdem noch einmal bewusst für uns.
Dieses Ja war ein anderes als vor zehn Jahren. Damals war da viel Vorfreude, Aufbruch und vielleicht auch eine gewisse Unbeschwertheit. Dieses Mal war da Erfahrung. Da war Geschichte. Da war das Wissen darum, dass auch die nächsten zehn Jahre nicht nur aus leichten Tagen bestehen werden. Und genau deshalb war dieses Ja für mich so wertvoll.
Was hat das mit Selbstständigkeit zu tun?
Während ich über diesen Tag und über unsere gemeinsamen zehn Jahre nachgedacht habe, ist mir aufgefallen, wie ähnlich es sich manchmal mit der Selbstständigkeit anfühlt.
Auch wenn wir uns selbstständig machen, sagen wir irgendwann einmal Ja. Wir sagen Ja zu einer Idee, zu mehr Freiheit und dazu, etwas Eigenes aufzubauen. Wir wünschen uns ein Business, das zu uns passt, zu unseren Werten, zu unserem Alltag und zu dem Leben, das wir führen möchten. Oft möchten wir mit unserer Arbeit auch wirklich etwas bewirken und für andere Menschen da sein.
Am Anfang ist da meistens viel Euphorie. Wir haben Ideen, sehen Möglichkeiten und stellen uns vor, wie es sein könnte, wenn alles erst einmal läuft. Wenn die Website fertig ist, das Angebot klar ist, die ersten Kundinnen und Kunden da sind oder wir endlich regelmäßig sichtbar werden.
Und natürlich wird manches mit der Zeit leichter. Wir lernen dazu, machen Erfahrungen und werden sicherer in dem, was wir tun. Gleichzeitig merken wir aber auch, dass Selbstständigkeit nicht nur Freiheit, Kreativität und schöne Erfolgserlebnisse bedeutet.
Es gibt Absagen. Es bleiben Rechnungen offen. Es gibt Monate, in denen der Umsatz nicht so aussieht, wie wir ihn uns wünschen. Es gibt zu viele Aufgaben, zu wenig Zeit und diese Tage, an denen man den ganzen Tag beschäftigt war und sich trotzdem fragt, was man eigentlich geschafft hat.
Manchmal vergleichen wir uns mit anderen und fangen an, an uns selbst zu zweifeln. Wir fragen uns, ob unser Angebot gut genug ist, ob wir unsere Preise verlangen dürfen oder ob wir überhaupt sichtbar genug sind. Und manchmal fordert auch das private Leben so viel Kraft, dass wir im Business nicht einfach weitermachen können wie bisher.
Dann kann ein Business, das einmal nach Freiheit aussah, plötzlich sehr schwer werden.
Aufgeben ist nicht automatisch ein Scheitern
Ich finde, wir dürfen darüber offener sprechen: Nicht jede Selbstständigkeit muss um jeden Preis weitergeführt werden.
Nicht jede Idee muss bis zum Ende durchgezogen werden, nur weil wir bereits viel Zeit, Geld und Energie hineingesteckt haben. Manchmal ist es richtig, ein Angebot einzustellen, eine Zusammenarbeit zu beenden oder das Geschäftsmodell zu verändern. Vielleicht braucht es eine Pause. Vielleicht braucht es einen ganz anderen Weg. Und manchmal kann es sogar die richtige Entscheidung sein, eine Selbstständigkeit aufzugeben, wenn sie dauerhaft mehr Kraft nimmt, als sie zurückgibt.
Das ist nicht automatisch ein persönliches Scheitern. Im Gegenteil: Es kann sehr mutig sein, ehrlich hinzusehen und eine klare Entscheidung zu treffen.
So wie Liebe nicht heißt, alles um jeden Preis auszuhalten, heißt Selbstständigkeit nicht, sich selbst für eine Idee aufzuopfern. Wir dürfen Grenzen haben. Wir dürfen uns verändern. Und wir dürfen feststellen, dass das, wofür wir einmal Ja gesagt haben, heute eine andere Form braucht oder vielleicht nicht mehr zu dem Leben passt, das wir inzwischen führen.
Bevor du allerdings eine große Entscheidung triffst, weil du gerade erschöpft, enttäuscht oder verunsichert bist, lohnt sich ein ehrlicher Blick zurück.
Wann hast du zuletzt bewusst Ja gesagt?
Wann hast du dich zuletzt ganz bewusst für deine Selbstständigkeit entschieden?
Nicht einfach weitergemacht, weil Montag ist, der Kalender voll ist und die To-do-Liste wartet. Sondern wirklich einmal innegehalten und dich gefragt, warum du damals angefangen hast.
Was war dein Wunsch? Was wolltest du verändern? Für wen wolltest du da sein? Was bedeutet dir deine Arbeit heute noch? Und was davon ist vielleicht immer noch genauso wahr wie am Anfang?
Vielleicht hast du dich damals selbstständig gemacht, weil du flexibel sein wolltest, als deine Kinder klein waren. Heute sind sie größer, und du brauchst andere Strukturen. Vielleicht war Unabhängigkeit dein wichtigster Grund, und heute wünschst du dir vor allem mehr Stabilität, verlässlichere Einnahmen und ein klareres Angebot.
Oder du bist gestartet, weil du mit deiner Arbeit etwas bewegen und Menschen helfen wolltest. Vielleicht ist genau das noch immer der Kern deines Business, auch wenn sich deine Produkte, Preise, Zielgruppe oder Arbeitsweise verändert haben.
Dann darfst du dein eigenes Business-Gelübde erneuern. Nicht mit einer großen Zeremonie und nicht auf eine kitschige Art, wenn das nicht dein Ding ist. Aber vielleicht bei einem Spaziergang in der Mittagspause, bei einer Tasse Kaffee oder mit einem leeren Blatt Papier auf dem Tisch.
Du könntest dir zum Beispiel diese drei Sätze aufschreiben und ehrlich vervollständigen:
Ich entscheide mich heute wieder für meine Selbstständigkeit, weil …
Ich möchte mein Business in Zukunft so gestalten, dass …
Ich lasse los, was nicht mehr zu mir passt, nämlich …
Denn ein Business braucht nicht nur mehr Einsatz, mehr Disziplin und eine noch längere To-do-Liste. Es braucht auch Aufmerksamkeit. Es braucht Entscheidungen. Und manchmal braucht es eine neue Vereinbarung mit uns selbst.
Die Frage ist nicht nur: Wie kann ich weitermachen?
Die wichtigere Frage ist vielleicht: Passt das, was ich gerade tue, überhaupt noch zu meinem Leben? Trägt mich mein Business noch? Oder opfere ich mein Leben dafür?
Ein Ja, das zu deinem Leben passt
Die Erneuerung unseres Ehegelübdes war für mich ein sehr liebevoller und kraftvoller Moment. Nicht weil die vergangenen zehn Jahre perfekt gewesen wären, sondern weil sie echt waren.
Wir haben viel erlebt, viel aufgebaut und schwierige Zeiten gemeinsam überstanden. Wir sind daran gewachsen. Und wir haben uns mit allem, was hinter uns liegt, noch einmal bewusst füreinander entschieden.
Vielleicht ist das auch eine gute Erinnerung für deine Selbstständigkeit.
Du musst nicht jeden Tag in dein Business verliebt sein. Du musst nicht immer voller Energie sein und du musst auch nicht jede Schwierigkeit schönreden. Aber du darfst dir anschauen, was du aufgebaut hast. Du darfst anerkennen, wie weit du schon gekommen bist. Und du darfst dich fragen, ob du diesen Weg weitergehen möchtest – und vor allem, wie.
Vielleicht lautet dein Ja heute nicht: „Ich mache genauso weiter wie bisher.“
Vielleicht lautet es: „Ich mache weiter, aber anders.“
Mit klareren Grenzen. Mit weniger Angeboten. Mit besseren Preisen. Mit einer Struktur, die dich entlastet. Mit mehr Zeit für dich und dein Leben. Und mit einem Business, das nicht nur erfolgreich aussieht, sondern sich auch wirklich gut anfühlt.
Vielleicht ist heute ein guter Tag, deinem Business noch einmal bewusst Ja zu sagen.
Oder ihm ehrlich zu sagen, was sich verändern darf, damit dieses Ja wieder aus vollem Herzen kommt.
Eine erfolgreiche Woche für Dich und pass auf Dich auf.
Jasmin Möser
Die mit dem Plopp-Effekt fürs Business
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Über die Autorin
Jasmin Möser (Dipl.-Betriebswirtin) begleitet Selbstständige und kleine Unternehmen durch schwierige Phasen – wenn die Existenzgrundlage gefährdet ist, hilft sie digital oder persönlich vor Ort. Ehrlich, direkt und mit einem seit 2007 hundertfach erprobten Fahrplan.
Ihre Kernthemen: Finanzen, Organisation und Motivation. Ihr umfangreiches Wissen gibt sie weiter in ihrem wöchentlichen Podcast, ihrem Buch & Webinar, in ihrem Onlinekurs und der persönlichen Beratung. Deutschlandweit.



