In ihrem Podcast für Selbstständige gibt Jasmin Möser Tipps, wie man die Sommerzeit für einen Kassensturz und neue Kalkulation nutzen kann

Folge 42: Geld weg, trotz Umsatz. Sommerpause für Kassensturz nutzen

Der Video-Podcast mit PLOPP-Effekt für Selbstständige und kleine Unternehmen. Tipps & Stories rund um Finanzen, Selbstmanagement und Selfcare – die drei Themen, die Selbstständige umtreibt. Kurz. Knackig. Pragmatisch. Jeden Mittwoch.
Mit Jasmin Möser – Die mit dem PLOPP-Effekt fürs Business.


Sommerferien, Sommerpause: Für viele Selbstständige heißt das weniger Kunden, weniger Termine, etwas mehr Luft.
Die einen nutzen die Ruhe für Urlaub und Erholung. Die anderen nutzen sie, um klar Schiff zu machen – Ordner auf, Kontoauszüge durch, endlich die Dinge erledigen, die schon viel zu lange liegen.

Und dann taucht ein Phänomen auf, das ich in Beratungen das ganze Jahr über sehe:
Es gibt Umsatz. Aber am Ende bleibt trotzdem kaum etwas übrig.

Wenn du Aufträge hast, Rechnungen schreibst und trotzdem das Gefühl kennst: „Es bleibt nichts für mich“, dann ist jetzt – mitten im Sommer – der perfekte Moment für einen ehrlichen Kassensturz.


Geld verschwindet selten mit einem großen Knall. Es sickert weg.
Nicht an einer Stelle, sondern durch viele kleine Lecks, die sich summieren.

Typische Ursachen:

  • Schlecht geplante Arbeitstage: Du fängst vieles an, springst hier rein, dort rein, verzettelst dich. Zeit geht verloren – und damit Geld.
  • Abos und Tools, die du kaum nutzt: Software, Plattformen, Mitgliedschaften, die jeden Monat oder jedes Jahr vom Konto gehen. Kurz ärgerst du dich über die Abbuchung – dann vergisst du sie wieder.
  • Jährliche Beiträge und Lastschriften: Versicherungen, Verbände, Dienste, an die du dich nur erinnerst, wenn sie abgebucht werden.
  • Spontankäufe „weil es ja läuft“: Dinge, die du dir schnell gönnst, ohne zu prüfen, ob sie dein Business wirklich weiterbringen.

Das Ergebnis: Du machst Umsatz – aber dein Kontostand erzählt eine andere Geschichte.

Die gute Nachricht: Das ist kein Schicksal, sondern ein Strukturthema. Und Struktur kann man ändern.


Dein teuerster Kostenfaktor ist deine Zeit.

Frag dich ehrlich:

  • Wieviel Zeit verbringst du mit Dingen, die keinen direkten Beitrag zum Umsatz oder zur Stabilität deines Unternehmens leisten?
  • Wie viele Termine sind „nett“, aber nicht wirklich notwendig?
  • Wie viele Stunden verbringst du mit Klein-Klein, weil Prozesse nicht sauber organisiert sind?

Übung für eine Woche:

  1. Schreib deinen Arbeitstag stundenweise auf: Was hast du konkret gemacht?
  2. Markiere alles, was direkt umsatzrelevant ist oder deine Struktur verbessert.
  3. Frag dich bei den übrigen Tätigkeiten: Was kann weg? Was kann delegiert werden? Was lässt sich bündeln?

Jede Stunde, die du aus „Zeitlecks“ zurückholst, ist Gewinn – oft mehr als jede einzelne Kostenposition auf dem Konto.


Der nächste Schritt: deine Kostenstruktur schwarz auf weiß.

Erstelle eine Liste mit:

  • monatlichen Abos und Tools (Software, Plattformen, Mitgliedschaften)
  • jährlichen Beiträgen (Versicherungen, Verbände, Hosting, Lizenzen)
  • wiederkehrenden Lastschriften, an die du dich nur erinnerst, wenn sie abgebucht werden
  • allen „kleinen“ Beträgen, die du als „nicht so schlimm“ abgespeichert hast

Dann:

  1. Schreib jede wiederkehrende Position mit Betrag und Zweck auf.
  2. Markiere alles, was du wirklich aktiv nutzt und was dich klar weiterbringt: spart Zeit, verbessert Qualität, stärkt dein Business.
  3. Schau dir den Rest an – oft sind genau dort die überraschenden Summen versteckt.

Klassiker: kostenlose Testphase abgeschlossen, Kündigung vergessen – und das Tool läuft still weiter. Oder ein zweiter Standort, der längst geschlossen ist, dessen Telefon- und Internetvertrag aber fröhlich weiterläuft.


Aus der Liste wird erst dann Wirkung, wenn du ins Tun kommst.

Mach einen Kündigungs-Tag:

  • Setz dich hin, nimm deine Kostenliste.
  • Geh alle Positionen durch, die du gestrichen hast.
  • Kündige sie – jetzt. Nicht „wenn mal Zeit ist“.

Das heißt:

  • Kündigungsformulare ausfüllen
  • E-Mails schreiben
  • Fristen direkt im Kalender eintragen

Ja, diese Arbeit ist nicht spektakulär.
Aber sie ist genau die Art Arbeit, die dafür sorgt, dass im zweiten Halbjahr Geld nicht mehr unbemerkt wegsickert.


Viele Selbstständige arbeiten mit Preisen, die irgendwann einmal „gefühlte“ Kompromisse waren – und die seit Jahren nicht mehr zur Realität passen.

Nutze die Sommerpause für eine ehrliche Kalkulation:

  • Pack deine aktuellen Kosten in eine übersichtliche Rechnung.
  • Prüfe, ob deine Preise wirklich zu deinem Zeitaufwand passen.
  • Schau auf deine Angebote: Wo rutschst du immer wieder ins Minus, weil du mehr Leistung bringst als eingeplant?

Frag dich für jede Leistung:

  • Deckt der Preis die investierte Zeit?
  • Deckt er deine Fixkosten?
  • Bleibt danach Gewinn – oder nur ein gutes Gefühl?

Wenn bestimmte Produkte oder Leistungen regelmäßig mehr Arbeit kosten, als sie einbringen, ist jetzt der Moment, etwas zu ändern: Preise anpassen, Umfang klarer begrenzen oder Angebote streichen.


Damit „Geld weg – trotz Umsatz“ nicht jedes Jahr aufs Neue überrascht, mach aus diesem Sommer den Start einer Routine:

  • einmal im Jahr (z. B. im Juli): großer Struktur- und Kostencheck
  • idealerweise einmal im Quartal: kurzer Blick auf Zeitbudget und Ausgaben

So wird das Thema „Geld sickert weg“ nicht zum Dauerproblem, sondern zu einer Phase, aus der du bewusst herausgehst.


Dass Geld verschwindet, obwohl Umsatz da ist, ist kein persönliches Versagen.
Es ist fast immer ein Zeichen dafür, dass Struktur, Kosten und Zeitmanagement nicht zusammenpassen.

Und genau das kannst du ändern.

Wenn dieser Sommer sowieso etwas ruhiger ist, nutze die Zeit:

  • Finde deine Zeitlecks.
  • Schließe deine Kostenlecks.
  • Aktualisiere deine Kalkulation und deine Angebote.

Damit du nach den Ferien nicht wieder mit Fragezeichen auf dein Konto schaust, sondern mit klaren Zahlen ins zweite Halbjahr startest.

Eine erfolgreiche Woche für Dich.

Jasmin Möser
Die mit dem Plopp-Effekt fürs Business

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Jasmin Möser ist der Host von LÄuft! Wieder... dem Podcast für Selbstständige
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Jasmin Möser (Dipl.-Betriebswirtin) begleitet Selbstständige und kleine Unternehmen durch schwierige Phasen – wenn die Existenzgrundlage gefährdet ist, hilft sie digital oder persönlich vor Ort. Ehrlich, direkt und mit einem seit 2007 hundertfach erprobten Fahrplan.

Ihre Kernthemen: Finanzen, Organisation und Motivation. Ihr umfangreiches Wissen gibt sie weiter in ihrem wöchentlichen Podcast, ihrem Buch & Webinar, in ihrem Onlinekurs und der persönlichen Beratung. Deutschlandweit.